Wie bereits in Teil 1 geschrieben, vermehren sich Medaka auch ohne zutun des Halters. Für die gezielte Zucht und zur optimalen Inkubation von Medaka-Laich (Oryzias latipes spec.) sind allerdings einige Parameter zu beachten: Vor allem Temperatur, Sauerstoffversorgung und Wasserqualität. Im Folgenden findet ihr die optimalen Bedingungen in einem kurzen Überblick zusammengefasst (die Details kommen noch in separaten Posts):
Temperatur
- Optimal: 25–26°C → Schnelle und optimale Entwicklung (~7–10 Tage bis zum Schlupf)
- Minimal: 20°C → Verzögerte Entwicklung (~14–20 Tage) und höheres Risiko für eine Laichverpilzung. Unter 20 Grad dauert die Entwicklung deutlich länger und die Gefahr, dass der Embryo abstirbt, vergrößert sich proportional zum Temperaturabfall.
- Maximal: 28°C → Sehr schnelle Entwicklung, aber Risiko von Missbildungen und vermehrter Entwicklung von Männchen (Details dazu noch in einem separaten Post)

Wasserqualität und Behälter
- Wir empfehlen die Eier in eine flache Schüssel mit sauberem und temperiertem Leitungswasser zu geben
- Der Wasserstand sollte relativ gering sein. Zum einen erleichtert das den Larven das Erreichen der Oberfläche zum ersten Befüllen der Schwimmblase. Zum anderen ist die Sauerstoffversorgung durch das Verhältnis der Wassersäule zur Oberfläche verbessert.
- Regelmäßiger Wasserwechsel mit frischem, temperiertem Wasser ist möglich aber nicht unbedingt erforderlich.
Sauerstoffversorgung
- Die Belüftung mit einem Ausströmer etc. ist vorteilhaft, um Sauerstoffmangel und Pilzbefall zu vermeiden. Kommen die Embryonen in die Schlupfzeit (siehe unter 5.) sollte die Belüftung auf sehr schwach eingestellt werden, um die geschlüpften Larven nicht mit einer Strömung zu belasten.
- Eine flache Schüssel mit geringem Wasserstand ist ebenfalls zur Sauerstoffversorgung ausreichend (siehe bereits oben). Zur Unterstützung des Sauerstoffeintrages kann die Oberfläche bei den Kontrollen des Laichs leicht bewegt werden.

Schutz vor Pilzbefall
- Laich regelmäßig auf weiße, abgestorbene Eier kontrollieren und diese entfernen, um eine Verpilzung und dessen Ausbreitung zu verhindern.
- Optional: Erlenzapfen oder Seemandelbaumblätter als natürliche Fungizide hinzufügen
- Alternativ: Ein Tropfen Methylenblau im Wasser zur Pilzprävention. Methylenblau hilft auch den unbefruchteten Laich durch dessen blaue Einfärbung zu identifizieren (zu dieser Methode kommt noch ein separater Post)
- Alternativ: 2-3 Tropfen Mycopur zur Pilzprävention.

Schlüpfzeitpunkt & Unterstützung
- Sobald die Augen der Embryos mit silberner Iris gut sichtbar sind, ist mit einem baldigen Schlupf zu rechnen
- Schlüpfen verzögert sich? → Leichte Strömung oder manuelles Anstupsen kann helfen. Bewährt hat sich auch die Aufgussmethode (Nachtabsenkung der Temperatur und warmer Aufguss am Morgen (zu diese Methode kommt noch ein separater Post)
Mit diesen Bedingungen gelingt die optimale Inkubation des Laichs bestimmt. Wie bereits geschrieben, kommen weiter Details in auf den folgenden Seiten.
Text: Andreas Witt