In der wissenschaftlichen Literatur wird die optimale Temperatur mit 25 bis 28 Grad angegebenen. Wir empfehlen 25-26 Grad, da die Eier sich nach unserer Erfahrung in diesem Bereich optimal entwickeln.
Bei höheren Temperaturen steigt die Gefahr eines Männchenüberschusses. In der wissenschaftlichen Literatur gibt es dazu sogar Studien, dass sich weibliche Embryonen bei hohen Temperaturen zu Männchen umwandeln:
Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse aus den Studien zusammengefasst:
- Temperaturabhängige Geschlechtsumwandlung: Hohe Temperaturen (z. B. bei 32°C) während der frühen Entwicklung können genotypische Weibchen (XX) in phänotypische Männchen umwandeln. Diese Männchen sind voll fortpflanzungsfähig, behalten aber ihre XX-Chromosomen.
- Kritische Phase für die Geschlechtsfestlegung: Die Temperatur hat den stärksten Einfluss zwischen dem 2. und 6. Tag nach der Befruchtung. Eine frühere oder spätere Temperaturerhöhung hat weniger oder keinen Effekt.
- Stammspezifische Unterschiede: Die Geschlechtsumwandlungsrate variiert stark zwischen verschiedenen Medaka-Stämmen. In manchen Stämmen wurden bis zu 58,7 % der genotypischen Weibchen zu Männchen, während in anderen Stämmen der Effekt geringer war.
- Freiland vs. kontrollierte Aufzucht: In natürlichen Gewässern oder unkontrollierter Aufzucht (z. B. Teiche) bleibt das Geschlechterverhältnis meist ausgeglichen. Ein starker Männchenüberschuss tritt vor allem bei konstanter Temperatur (z. B. Inkubation oder mit Aquarienheizer) auf.
- Mechanismus der Umwandlung: Hohe Temperaturen hemmen die Entwicklung der Keimzellen, was zur Geschlechtsumwandlung führt. Der Effekt tritt fast ausschließlich bei XX-Individuen auf; genotypische Männchen (XY) sind kaum betroffen.
Fazit: Das Geschlecht bei Medakas wird nicht nur genetisch, sondern auch durch Umweltfaktoren wie Temperatur beeinflusst, wobei es eine empfindliche Phase für die Geschlechtsfestlegung gibt.
Text: Andreas Witt
Warum ist eigentlich der Fakt dass es XX Männchen und XY Weibchen geben kann eigentlich so interessant und was sind X und Y? -> das und viel mehr wird peu a peu auf den Unterseiten medaka genetics erklärt